Die Minister und Ministerinnen für Gesundheit und soziale Sicherheit treffen sich in Luxemburg

In Luxemburg fand am 7. und 8. September 2026 das "Quintett der Gesundheit und sozialen Sicherheit" statt. Auf Einladung der luxemburgischen Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit, Martine Deprez, kamen Elisabeth Baume-Schneider, Bundesrätin des Eidgenössisches Departement des Innern in der Schweiz, Korinna Schumann, Bundesministerin des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in Österreich, Dr Emanuel Schädler, Regierungsrat des Ministerium für Gesellschaft und Justiz in Lichtenstein, Lilian Tschan, Staatssekretärin des Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Deutschland, und Dr Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministerium für Gesundheit in Deutschland, zusammen. Im Mittelpunkt dieses Quintetts standen insbesondere die Modernisierung des Rentensystems, die Gesundheitsvorsorge und die Bekämpfung neurodegenerativer Erkrankungen.

"Als Gastgeberin habe ich den offenen Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt. Gemeinsam haben wir über die Zukunft unserer Gesundheits- und Sozialsysteme und Herausforderungen nachgedacht, die uns über Grenzen hinweg verbinden", sagte Martine Deprez.

Modernisierung und flexiblere Gestaltung des Rentensystems

Die Alterung der Bevölkerung der deutschsprachigen Staaten, und darüber hinaus ganz Europas, setzt die Systeme der sozialen Sicherheit vermehrt unter Druck. Die Veränderungen in der Arbeitswelt, nicht nur aufgrund der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz, sondern auch und vor allem aufgrund des Wunsches der jüngeren Generationen, ihr Berufsleben flexibler zu gestalten, bringen neue Herausforderungen mit sich. Dies zeigt sich besonders deutlich bei den Rentensystemen. Zudem wünschen Rentner sich einen harmonischeren Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand, und immer mehr von ihnen möchten beruflich teilweise aktiv bleiben.

Die verschiedenen Länder tauschten sich über Möglichkeiten aus, wie die Systeme finanziell tragfähig gestaltet werden können, aber auch, wie man sich an diese Entwicklungen anpassen kann, um das Vertrauen in die Sozialversicherungssysteme zu erhalten und damit die Solidarität zwischen den Generationen zu wahren.

Ministerin Martine Deprez teilte ihre Erfahrungen mit dem Konsultationsprozess "Schwätz mat!" mit. Dieser hat gezeigt, dass Reformen frühzeitig erklärt und mit den betroffenen Generationen diskutiert werden müssen, um sie an die Lebensrealität künftiger Generationen anpassen zu können.

Der Mehrwert von Prävention: gesündere Menschen und sicherere Arbeitsplätze

Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs), insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und zunehmende auch psychische Erkrankungen, stellen die größte gesundheitliche Herausforderung in Europa dar. Viele der Risikofaktoren für die Entstehung dieser Krankheiten sind vermeidbar, darunter vor allem Tabak- und Alkoholkonsum, eine unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel sowie auch Umweltfaktoren.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Präventionspolitik und die Frage, wie die deutschsprachigen Länder diese künftig stärken könnten. Dabei soll die Verantwortung nicht allein bei der öffentlichen Hand liegen. Vielmehr muss die gesamte Gesellschaft für die Bedeutung einer gesunden Lebensweise und die Vermeidung von Risikofaktoren sensibilisiert werden. So wurden die stärkere Nutzung der Primärversorgung, Gesundheitschecks und Früherkennungsangebote besprochen sowie auch die Verschreibung von Bewegung. Des Weiteren wurden die Einbeziehung von Schulen, Gemeinden und Arbeitsplätzen sowie die Anpassung der Präventionsmaßnahmen an die Bedürfnisse besonders gefährdeter Gruppen diskutiert.

In ihrer Stellungnahme erklärte Ministerin Martine Deprez, wie die Gesundheitsförderung und Prävention in Luxemburg langfristig gestärkt und durch eine bessere Verknüpfung der bestehenden Maßnahmen kohärenter verankert werden sollten.

Von der Hirnforschung zur Politik: Parkinson, Demenz und die gesellschaftliche Last neurodegenerativer Erkrankungen angehen

Eine weitere Herausforderung, die sich durch die alternde Bevölkerung ergibt, sind neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Demenz sowie verwandte Krankheitsbilder. Diese stellen nicht nur eine Herausforderung für das Gesundheits- und Sozialversicherungssystem dar, sondern auch für die Betroffenen und ihr Umfeld.

Die Erkenntnisse, die durch die Forschung zu diesen Krankheiten gewonnen werden, haben einen wichtigen Einfluss auf die Versorgungssysteme. In diesem Zusammenhang wurde der Beitrag der Forschung zur Stärkung der bestehenden Systeme diskutiert sowie die Frage, wie die Versorgungspfade verbessert und an die sich daraus ergebenden Veränderungen angepasst werden können.

Über die Wichtigkeit besserer Verbindungen zwischen der Primärversorgung, der spezialisierten Neurologie, der Rehabilitation, der Pflege, der psychosozialen Unterstützung und den sozialen Diensten, um konkrete Verbesserungen bei der Versorgung neurodegenerativer Erkrankungen zu erreichen, sprach sich Ministerin Martine Deprez aus.

Im Anschluss an die Sitzung, die am ersten Arbeitstag stattfand, wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet von dem anwesenden Vertreter und Vertreterinnen. Damit bekundeten sie ihr gemeinsames Engagement, die angesprochenen Herausforderungen gemeinsam anzugehen und dabei gemeinsam Fortschritte zu erzielen.

Mitgeteilt vom Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit

Regierungsmitglied

DEPREZ Martine

Datum des Ereignisses

07.09.2026 - 08.09.2026